Gran Canaria – Ein spürbares Seebeben hat in der Nacht zu Dienstag viele Menschen auf den Kanarischen Inseln aus dem Schlaf gerissen. Um genau 02:31 Uhr Ortszeit registrierte das Nationale Geografische Institut (IGN) eine seismische Erschütterung der Stärke 3,9 im Atlantik östlich von Gran Canaria. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von rund 16 Kilometern direkt in der Meerenge zwischen Gran Canaria und Fuerteventura.
Laut offiziellen Berichten des IGN war dieses Beben in weiten Teilen der Region deutlich wahrnehmbar. Da sich das Ereignis mitten in der Nacht abspielte, meldeten zahlreiche besorgte Anwohner den Vorfall an die Behörden.
Wo war das Erdbeben auf den Inseln zu spüren?
Obwohl das Epizentrum im offenen Meer lag, breiteten sich die Wellen bis an die Küsten aus. Besonders betroffen waren Gemeinden im Osten von Gran Canaria. In der Stadt Telde sowie in den Ortsteilen Las Huesas, La Herradura, Las Remudas und San Antonio erreichte das Beben eine maximale Intensität von III (schwach). Anwohner berichteten hier von einem leichten Schwanken von Möbeln oder einem spürbaren Zittern der Wände.
Auch in höher gelegenen Regionen wie Tafira, Agüimes und Santa Brígida war die Erschütterung noch leicht zu vernehmen. Selbst auf der Nachbarinsel Fuerteventura – insbesondere in Antigua und Pájara – sowie in weit entfernten Teilen Gran Canarias, von Cercados de Espino bis La Aldea über Moya und San Mateo, nahmen sensible Menschen die seismische Aktivität wahr.
Häufige seismische Aktivität im Atlantik
Für Geologen ist die Meerenge zwischen Gran Canaria und Fuerteventura ein bekanntes Pflaster. Seismische Aktivitäten sind hier keine Seltenheit, sondern treten regelmäßig auf. Allein im vergangenen Monat verzeichnete das IGN vier spürbare Erdbeben in exakt diesem Seegebiet:
- 6. Juni: Ein kleineres Beben mit einer Stärke von 2,2.
- 26. und 29. Juni: Zwei aufeinanderfolgende Erschütterungen mit einer Stärke von jeweils 2,3.
- 30. Juni (aktuell): Das nächtliche Hauptbeben mit einer Magnitude von 3,9.
Trotz der spürbaren Unruhe geben Experten Entwarnung: Erdbeben dieser Intensität führen in der Regel nicht zu Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur. Auch im aktuellen Fall wurden glücklicherweise weder Verletzte noch Sachschäden gemeldet. Die Behörden beobachten die Situation im Atlantik jedoch weiterhin aufmerksam. – TF
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