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Strafwelle auf Gran Canaria: Inselregierung greift in Naturschutzgebieten (Dünen & Co.) durch

Neben den DÜnen gibt es auch Strafen am Roque Nublo!

Lesedauer 3 Minuten

Maspalomas – Gran Canaria ist weltberühmt für seine goldenen Sanddünen und die majestätische Bergwelt rund um den Roque Nublo. Doch das empfindliche Ökosystem der Kanaren-Insel steht unter massivem Druck. Immer mehr Besucher missachten die strengen Regeln in den geschützten Naturräumen. Jetzt zieht das Cabildo de Gran Canaria Konsequenzen: Hunderte Strafverfahren zeigen, dass Fehlverhalten im Urlaub zunehmend teuer wird.

Die nackten Zahlen: Über 220 Verfahren gegen ausländische Urlauber

Allein im Jahr 2025 und in der ersten Hälfte des laufenden Jahres 2026 hat die Inselregierung mehr als 220 Strafverfahren gegen ausländische Besucher eingeleitet. Die Hotspots der Verstöße überraschen kaum: Das Spezialnaturschutzgebiet der Dünen von Maspalomas und der ländliche Park Nublo verzeichnen die meisten Zwischenfälle. Im Jahr 2025 wurden 151 Verfahren gegen ausländische Staatsbürger registriert. Die Behörden betonen, dass bereits über 64 Prozent dieser Strafen bezahlt und archiviert werden konnten.

Aktuelle Entwicklung 2026: Ein besorgniserregender Trend

Auch im aktuellen Jahr setzt sich der Trend fort. Das Cabildo hat derzeit rund 280 laufende Verfahren wegen Umweltverstößen in Schutzgebieten in Bearbeitung. Etwa 27 Prozent dieser Fälle – konkret 75 Vorfälle – betreffen ausländische Staatsbürger. Die Liste der Herkunftsländer ist lang und reicht von Kanada über Polen bis nach China. Besonders häufig werden jedoch Urlauber aus Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien zur Kasse gebeten. Allein in den sensiblen Dünen von Maspalomas gab es im laufenden Jahr bereits 43 dokumentierte Eingriffe durch die Behörden, im Park Nublo waren es 16.

Politik fordert Umdenken: Balance zwischen Tourismus und Naturschutz

Der zuständige Umweltstadtrat Raúl García Brink findet deutliche Worte für die aktuelle Situation. Der Erhalt der einzigartigen Natur müsse fest in der Philosophie jedes Menschen verankert sein – sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Gästen der Insel. Zwar genieße die überwiegende Mehrheit der Touristen die Landschaften absolut verantwortungsvoll, dennoch seien die aktuellen Zahlen ein Weckruf. Die Inselverwaltung will daher Informations- und Sensibilisierungskampagnen weiter massiv verstärken, um die Nutzung der Natur mit deren Schutz in Einklang zu bringen.

Verschärfte Kontrollen und neue Schutzpläne

Um die Zerstörung der sensiblen Ökosysteme einzudämmen, haben die Umweltbeauftragten des Inselrates die Überwachung in den am stärksten frequentierten Zonen spürbar verschärft. Zudem wurde kürzlich ein neuer Bewirtschaftungsplan für das Naturschutzgebiet der Dünen von Maspalomas auf den Weg gebracht. Dieser Plan soll das 404 Hektar große Areal effektiv vor Küstenerosion schützen und sicherstellen, dass die einzigartige Flora und Fauna trotz des hohen touristischen Interesses langfristig erhalten bleibt. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
Das Sterben der „Goldenen Dünen“: Warum das Wahrzeichen Gran Canarias auf der Intensivstation liegt, vom 28.01.2026
4-Stunden-Einsatz in den Dünen von Maspalomas: 75 Übertretungen mit 18 Anzeigen, vom 17.09.2025

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