Sehr wahrscheinlich wird Repsol zwischen Juli und September nach dem Öl bohren

Bild Info: Der Ölkonzern Repsol steht seit beginn des Vorhabens in der Kritik. Bild: Logo Repsol

Kanarische Inseln – Laut einem Interview von Cope de Canarias mit dem spanischen Minister für Industrie, Tourismus und Energie, José Manuel Soria sollen die Bohrungen nach Öl vor den Küsten von Lanzarote und Fuerteventura zwischen Juli und September beginnen. Er bestätigte zudem, dass Rajoy bei dem Treffen mit Rivero dies für „sehr wahrscheinlich“ hielt. Dies war und ist weiterhin ein klarer Streitpunkt zwischen den beiden Regierungen.

Bereits im November erklärte der Vorsitzende von Repsol, Antonio Brufau, dass man ab Mai 2014 bereit wäre für die Bohrungen. Man warte nur auf die endgültigen Genehmigungen. Bisher gibt es tatsächlich noch keine Genehmigung für dieses Vorhaben, weil die Umweltverträglichkeitsstudie noch nicht kommentiert wurde. Aber das jetzige Interview mit dem Minister lässt vermuten, dass es bald soweit sein wird.

Soria betonte, dass Rajoy in dem Treffen mit Rivero eine deutliche Position vertreten hat. Zudem wies er darauf hin, dass Marokko bereits mit ersten Testbohrungen begonnen habe. Bei der ersten Bohrung wurde jedoch kein Öl gefunden, jedoch deuten andere Mineralien darauf hin, dass sich dort unten Öl befinden müsse. Marokko, welches Cairn Energy die Lizenzen erteilt hat, wird also weitermachen. Soria betonte, „es wäre ein kompletter Widerspruch und paradox, wenn wir das Öl, was Marokko ggf. findet, von Marokko abkaufen würden, wenn wir es auch selbst extrahieren können. Das wäre absurd“. Er sagte auch, dass dies ein „Szenario ist, welches die Regierung nicht zulassen wird“.

Da kann man dem Minister eigentlich nur zustimmen, hier greift der alte Spruch, „wenn nicht wir es machen, macht es jemand anderes“. Trotzdem ist das ganze Thema aus Sicht der Kanaren mit großen Risiken verbunden und die Ablehnung völlig verständlich, wir haben auch unsere Bedenken.

Die kanarische Regierung, in Form von Regierungssprecher Martin Marrero, äußerte sich wie zu erwarten. Es ist ein „Mangel an Respekt“ gegenüber der Rechtsstaatlichkeit. – CK

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