Coronavirus Update Kanaren: Ein weiterer Todesfall – Hilfsmaßnahmen von Sanchez werden stark kritisiert
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Coronavirus Update Kanaren: Ein weiterer Todesfall – Hilfsmaßnahmen von Sanchez werden stark kritisiert

Kanarische Inseln – Der heutige Tag in der Corona-Krise brachte auf den Kanarischen Inseln einen neuen Todesfall, heute Mittag vermeldete das Gesundheitsministerium eine verstorbene Frau auf Teneriffa, sie war nur 37 Jahre alt, litt jedoch an Lungenproblemen schon vor dem Virus.

Aufgrund der Verordnung zum Ausnahmezustand hat das Gesundheitsministerium die Angabe zu den Fällen verändert. Insgesamt gab es bisher 181 registrierte Fälle, davon befinden sich derzeit 73 in Krankenhäusern und davon wiederum 17 auf der Intensivstation. 8 Personen gelten als geheilt und 3 als verstorben, somit sind aktuell 170 Personen infiziert, 42 mehr als gestern. Nach Inseln aufgesplittet liegt Teneriffa mit 119 Fällen weit vorn, gefolgt von Gran Canaria mit 45 Fällen. Auf Fuerteventura gibt es aktuell 6 Fälle. Lanzarote sind es nur noch 3, da bei einem weiteren Test von gestrigen Fällen keine Bestätigung vorlag und diese somit negativ waren. La Palma registriert 5 und La Gomera 3. Bei den Zahlen sind geheilte und verstorbene Personen eingerechnet.

Weltweit wurden 214.894 Menschen aktuell positiv getestet, davon gelten 83.313 Menschen als geheilt, das sind mehr menschen als im Herkunftsland China bisher positv getestet wurden. 8.732 Menschen starben bisher. Damit liegt die Zahl der aktiv infizierten Fälle zum aktuellen Zeitpunkt bei 122.839 Personen. Da aber immer mehr Länder abgeriegelt werden, wird sich diese Zahl bald auch wieder in die andere Richtung bewegen, dies belegen die Statistiken aus China ganz klar.

Vom Tourismus ist heute kaum noch etwas übrig, fast alle Länder haben Rückholprogramme aufgesetzt, um die Urlauber aus den Gebieten abzuholen. Alles läuft recht chaotisch ab. An den Flughäfen drängen sich die Touristen, alles ohne dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand. Restriktionen für Abflüge in das Heimatland gibt es vonseiten der Regierung in Spanien bisher nicht. Es gibt also keinen Grund für Panik, trotzdem wird empfohlen sich so schnell wie möglich, um einen Rückflug zu bemühen. Etwa 170.000 Touristen reisen bzw. reisten aktuell noch ab.

Im spanischen Kongress gab es heute eine Debatte über die bisherigen Hilfsmaßnahmen, die Sanchez gestern bekannt gab. Es wurde von vielen Parteien kritisiert, dass die Hilfen nicht ausreichend sind, so fordern diese auch, dass die Aussetzungen von Mieten für Wohnraum explizit mit aufgenommen werden muss. Die Hilfen für kleine Firmen und Autonomos seien auch nicht ausreichend. Steueraussetzungen und Reduzierungen sind die Forderungen dazu. Sanchez sagte, “das schlimmste und härteste kommt nach dem Virus”, damit signalisierte er, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen noch viel schlimmer sein werden, als viele dies jetzt wohl befürchten.

Weiterhin ist der Tourismus, respektive die Unterkünfte, nicht in das staatliche Dekret zur Schließung aufgenommen, ein Zankapfel der auch unsäglich ist. Neben den lokalen Hotelverbänden und Gewerkschaften sowie der kanarischen Regierung hat sich heute auch der spanische Hotelverband dazu geäußert. Dieser begrüßt zwar die beschlossenen Maßnahmen, empfindet diese jedoch besonders für die Hotels und Unterkünfte als unzureichend. In Spanien gibt es über 300.000 Unterkünfte, davon beschäftigen 95 % weniger als 10 Mitarbeiter, sind also Kleinbetriebe. 45 % sind sogar ohne zusätzliches Personal am Arbeiten, also Familienbetriebe und Co. diese gelten als Autonomos. Die kosten für die Betriebe laufen weiter, sei es Mieten, Strom, Wasser, Telefon etc. alles, weil diese Gruppe der Wirtschaft nicht in das Dekret aufgenommen wurde um zu schließen, dies will der Hotelverband noch erreichen. Denn nur dann können ggf. staatliche Hilfen laufen. Wir werden uns mit ein paar Unternehmen unterhalten und dazu einen gesonderten Bericht verfassen.

Auch wenn das Cabildo de Gran Canaria derzeit keine wirkliche Entscheidung treffen kann, so ist man nicht tatenlos. Es wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit der Reaktivierung der Wirtschaft beschäftigen soll, wenn das Coronavirus besiegt ist. Auch soll die Arbeitsgruppe die soziale Komponente für die Bevölkerung ins Auge nehmen. In den kommenden Tagen werden wohl einige Vorschläge diskutiert werden.

Ab morgen werden wir von Infos-GranCanaria.com wieder anders Berichten, denn unsere eigentliche Haupttätigkeit, der Tourismus ist derzeit beendet. – TF

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