Corona-Krise Kanaren Update: Tourismus weiter gezwungen zu operieren – 200 Milliarden Euro Hilfe stehen bereit (vorerst)
Bild Info: Pedro Sanchez - BILD: Facebook

Corona-Krise Kanaren Update: Tourismus weiter gezwungen zu operieren – 200 Milliarden Euro Hilfe stehen bereit (vorerst)

Kanarische Inseln – Der aktuelle Tag im Ausnahmezustand innerhalb der Coronavirus-Krise steht wieder im Zeichen der Wirtschaft und Hilfen vom Staat. Zunächst aber die Fakten zu den neusten Infektionszahlen auf den Kanarischen Inseln. So vermeldete das Gesundheitsministerium heute insgesamt 138 aktive Fälle von Coronavirus auf den Kanaren, davon sind 50 im Krankenhaus, davon dann 13 auf der Intensivstation.

Todesfälle gab es bisher 2, also keine neuen. Als geheilt gelten derzeit 8, also einer mehr als gestern. Am meisten Fälle (inkl. Heilungen und Todesfälle) gibt es weiterhin auf Teneriffa (91), gefolgt von Gran Canaria (36) und Lanzarote (7). Fuerteventura meldet derzeit 6 Fälle und La Palma 5. Auf La Gomera gab es bis heute 3 Fälle, davon ist nur noch einer als aktiv eingestuft.

Weltweit wurden 196.639 Menschen aktuell positiv getestet, davon gelten 80.840 Menschen als geheilt. 7.893 Menschen starben bisher. Damit liegt die Zahl der aktiv infizierten Fälle zum aktuellen Zeitpunkt bei 107.906 Personen, damit stieg die Zahl, der aktiv Infizierten in den letzten drei Tagen so rasant an, das die Kurve der geheilten nun nicht mehr vor der Kurve der aktiv Infizierten liegt. Das liegt nun daran, dass in vielen Staaten der EU und auch in den USA der Virus erst seit wenigen Wochen stark im Vormarsch ist, eine Entwicklung, wie diese in China auch vonstattenging. Da aber immer mehr Länder abgeriegelt werden, wird sich diese Zahl bald auch wieder in die andere Richtung bewegen, dies belegen die Statistiken aus China ganz klar.

Die kanarische Regierung hat im Rahmen des Ausnahmezustandes die Insel-internen Luft- und Seeverbindungen weiter eingeschränkt. Die neue Einschränkung gilt ab Mitternacht am kommenden Donnerstag. Täglich werden dann nur noch 18 Flüge zwischen den Inseln durchgeführt, bisher sind es fast 200. Private und kommerzielle Flüge werden vollständig untersagt. Von Gran Canaria aus gibt es dann noch 4 Flüge täglich nach Teneriffa Nord, 3 nach Lanzarote und Fuerteventura, El Hierro und La Palma werden mit einem Flug pro Tag bedient. Die maximale Belegung der Passagiere darf 50 % nicht überschreiten. Zudem sind die Flugreisen nur gestattet aus bestimmten Gründen, diese sind Gesundheitsgründe, Hilfe in Zentren und Einrichtungen des Gesundheitswesens oder Reisen zur Arbeit, sowie die entsprechenden Rückreisen.

Bei den Fähren wurde von 62 täglichen Verbindungen auf 26 reduziert. Agaete nach Santa Cruz wird nur noch 3 Verbindungen pro Tag haben, Las Palmas nach Morro Jable 2 und Las Palmas nach Arrecife eine. Die Regeln gelten hier ebenso wie bei den Flügen.

Pedro Sanchez gab heute ein vorläufiges Rettungspaket in Höhe von 200 Milliarden Euro bekannt. Es ist das höchste Rettungspaket in der Geschichte von Spanien und soll sowohl den Menschen als auch der Wirtschaft zugutekommen. Diese Summe entspricht etwa 20 % des BIPs von Spanien.

Ein Posten von 600 Millionen Euro wird der Bevölkerung zugutekommen, besonders den älteren und bedürftigen Personen. Damit sollen Strom sowie Wasserrechnungen gesichert werden, zudem auch Telefonrechnungen. Ein weiterer Hauptpunkt ist die Garantie für Wohnraum, Hypothekenzahlungen werden ausgesetzt. Denn keiner soll seinen Wohnraum verlieren. Allerdings muss man hier fragen, ob die Mieter weniger wert sind als die Hypothekenzahler? Denn diese wurden nicht erwähnt. Man kann also davon ausgehen, dass diese zunächst verpflichtet sind Mieten weiterzuzahlen.

Hilfen für Arbeitnehmer stehen auch hoch im Kurs, die entsprechenden Programme sollen ausgeweitet werden, zudem sollen Hilfen bereitgestellt werden für Menschen die online arbeiten können. Zahlungen an die Sozialversicherung von Autonomos respektive deren Angestellten werden teilweise ausgesetzt, ob diese nachgezahlt werden müssen, ist unklar.

Auch für Firmen soll es eine größere Summe geben, etwa 100 Milliarden Euro. Das Geld soll die Zahlungsfähigkeit der Firmen sichern. Auch hier werden Zahlungen an die Sozialversicherung ausgesetzt und reduziert. Investitionskredite werden einfacher zugänglich gemacht.

Für Autonomos und den Tourismus wird es jedoch komplizierter, auch wenn es heißt, “keiner wird zurückgelassen”. Denn Hilfen soll es wohl nur geben für Bereiche deren Geschäftstätigkeit laut Dekret des Ausnahmezustandes untersagt wurde, Hotels und Unterkünfte zählen bisher nicht dazu. Bei Autonomos gilt das gleiche, mit der Ausnahme, dass auch im Fall eines Umsatzrückganges auf 75 % des Durchschnitts des letzten Halbjahres die Hilfen beantragt werden können. Dann können die Hilfen 70 % des “Base Reguladora” entsprechen, das sind in Mindestfall 661,08 €. Allerdings muss dafür auch ein entsprechender Antrag bei der Mutua oder beim Servicio Público de Empleo (SEPE) gestellt werden. Wie ein Autonomo davon ggf. Miete, Strom, Wasser etc. zahlen soll ist fraglich.

30 Millionen will der Staat im Kampf gegen das Virus in die Forschung stecken.

Die Bewegungsfreiheit wird weiter eingeschränkt, man darf nicht mehr mit zwei Personen Erledigungen machen, nur noch alleine. Es sei denn es werden abhängige Personen unterstützt. Weitere Einschränkungen können von den entsprechenden Behörden veranlasst werden, sofern dies notwendig ist.

Sanchez sagte, es “ist eine Situation ohne Präzedenzfälle, keiner hat ein Handbuch dafür”. – TF

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