Der Roque Nublo ist das unbestrittene Herzstück Gran Canarias und ein streng geschütztes Naturdenkmal. Doch am vergangenen Wochenende wurde das ikonische Basalt-Monument zum Schauplatz einer illegalen Protest-Aktion. Unbekannte hatten ein großflächiges Banner direkt am Felsen festgenagelt. Die Inselregierung (Cabildo de Gran Canaria) reagierte sofort und ließ das Plakat in einer aufwendigen Aktion durch Kletterer entfernen. Der Vorfall löste eine hitzige Debatte über den Schutz von Naturräumen und die Grenzen des Aktivismus aus.
Die Botschaft am Felsen: „Kanarische Inseln zu verkaufen“
Auf dem entfernten Stoffstreifen prangte in großen Buchstaben die Botschaft „Kanarische Inseln zu verkaufen“ (spanisch: „Canarias se vende“). Die Aktion reiht sich ein in eine Welle von Protesten, die sich in den letzten Monaten auf den gesamten Kanaren gegen den Massentourismus und die Ausbeutung der Natur richten. Doch während der Inhalt der Botschaft bei vielen Bürgern auf Verständnis stößt, sorgt die Wahl des Ortes für scharfe Kritik.
Das Cabildo von Gran Canaria verurteilte die Aktion in den sozialen Netzwerken als einen direkten Angriff auf einen der symbolträchtigsten und am besten geschützten Naturräume der Insel. Um das Banner ohne Schäden am Felsen zu entfernen, musste ein Spezialteam aus Kletterern und Mitarbeitern der Umweltbehörde anrücken.
Inselrat betont: Freie Meinung ja, Sachbeschädigung nein
In einer offiziellen Erklärung stellte die Inselgesellschaft klar, dass die zugrunde liegende Forderung der Aktivisten durchaus „legitim“ sei. Allerdings sei die Umsetzung mit dem strengen Schutzstatus des Naturdenkmals absolut unvereinbar. „Die Nutzung von geschützten Naturräumen für diese Art von Aktivität ist ein Missbrauch“, betonte die Institution am Samstag.
Der Roque Nublo besitzt nicht nur einen immensen landschaftlichen und geologischen Wert, sondern ist auch ein ökologisches Heiligtum. Der Respekt vor dieser Umwelt sei unerlässlich, um das Gleichgewicht zwischen der Freizeit- und Sportnutzung durch die Bürger und dem Erhalt der Natur dauerhaft zu sichern. Das Festnageln von Gegenständen an geschützten geologischen Formationen stellt eine klare Verletzung dieser Schutzvorschriften dar.
Ermittlungen laufen: Drohen den Aktivisten Strafen?
Bislang hat das Cabildo noch keine Details darüber veröffentlicht, wer hinter der nächtlichen Kletteraktion steckt. Auch ob den Verantwortlichen empfindliche Geldstrafen drohen, ist aktuell noch unklar. Sicher ist jedoch, dass der Vorfall die Diskussionen über den nachhaltigen Umgang mit den Schätzen der Insel weiter anheizen wird. Der Schutz des Roque Nublo bleibt für die Behörden oberste Priorität. – TF
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