Playa del Inglés – Es ist ein gewohntes, aber trauriges Bild im Herzen von Playa del Inglés: Während das bekannte Einkaufszentrum Plaza bereits im Sommer 2023 seine Teil-Wiedereröffnung feierte, ist die dazugehörige Tiefgarage noch immer verriegelt. Seit mittlerweile vier Jahren können die Eigentümer ihre Stellplätze nicht nutzen. Nun kommt endlich Bewegung in den langjährigen Stillstand. Die Eigentümergemeinschaft hat dem Stadtrat von San Bartolomé de Tirajana ein umfassendes Sanierungsprojekt vorgelegt. Mit einer Investition von über 63.000 Euro soll das Parkhaus auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden, um die lang ersehnte Freigabe der Behörden zu erhalten.
Der Hintergrund der jahrelangen Sperrung reicht bis in den Januar 2021 zurück. Damals beschädigte ein schwerer Brand in einem der Gebäude die gesamte Elektroinstallation des Komplexes massiv. Aufgrund des maroden und gefährlichen Zustands der Leitungen musste das gesamte Einkaufszentrum im Februar 2022 komplett geschlossen werden. Nach anderthalb Jahren intensiver Renovierungsarbeiten gab die Stadtverwaltung im Sommer 2023 schließlich grünes Licht für eine Teilöffnung. Allerdings war diese Genehmigung an strenge Auflagen geknüpft: Das Parkhaus musste so lange geschlossen bleiben, bis es den aktuellen Sicherheits- und Brandschutzvorschriften entspricht.
Vier Jahre Zwangspause für rund 300 private Eigentümer
Obwohl das Stadtplanungsamt unter der Leitung von Stadträtin Davinia Ramírez den Betroffenen ursprünglich eine Frist von sechs Monaten für die Modernisierung eingeräumt hatte, verzögerte sich der Prozess erheblich. Die Eigentümervereinigung reichte das finale technische Projekt erst im August 2025 ein. Wichtig zu wissen: Es handelt sich hierbei nicht um ein öffentliches Parkhaus oder eine Kundenparkfläche für das Einkaufszentrum. Die rund 300 Stellplätze befinden sich komplett in Privatbesitz und gehören größtenteils lokalen Geschäftsinhabern sowie Anwohnern aus der unmittelbaren Umgebung, die seit vier Jahren unter der Sperrung leiden.
Das nun vorliegende Modernisierungskonzept wurde von dem erfahrenen Wirtschaftsingenieur José Antonio Marrero Nieto ausgearbeitet. Es sieht eine grundlegende Erneuerung der Elektro-, Brandschutz- und Lüftungsanlagen vor. Betroffen sind die Zufahrtsrampen sowie das zweite und dritte Untergeschoss des geschichtsträchtigen Komplexes, der bereits im Jahr 1988 auf einem über 10.000 Quadratmeter großen Grundstück im touristischen Zentrum erbaut wurde. Nachdem im vergangenen März weitere notwendige Dokumente nachgereicht wurden, prüfen die städtischen Techniker das Projekt derzeit intensiv.
Mittelverwendung: Fokus auf Brandschutz und moderne E-Mobilität
Das Gesamtbudget von exakt 63.459 Euro teilt sich in drei große Modernisierungsbereiche auf. Der größte Teil des Geldes – genau 38.136 Euro – fließt in die Sanierung der elektrischen Anlagen auf den beiden Parkebenen. Weitere 18.838 Euro sind für die dringend notwendige Erneuerung der Lüftungsanlage vorgesehen. In den Brandschutz investiert die Gemeinschaft 6.485 Euro.
Wie umfangreich die Sicherheitsmaßnahmen sind, zeigt ein Blick in die technischen Details des Antrags. Allein in den Rampenbereichen und den beiden Tiefgaragenebenen werden folgende Elemente installiert:
- 77 Rauchmelder und 8 CO2-Warnmelder zur frühzeitigen Gefahrenerkennung
- 58 automatische Sprinkleranlagen für die direkte Brandbekämpfung
- 30 Feuerlöscher sowie 9 Notfallsets und 4 Alarmtaster
- 3 akustische Sirenen und 2 moderne Feuerwehrschlauchhaspeln im Rampenbereich
Ein besonderes Highlight im Zuge der Modernisierung: Im zweiten Untergeschoss werden zudem sechs neue Ladestationen für Elektrofahrzeuge errichtet. Damit rüstet sich das traditionsreiche Center für die Zukunft der Mobilität. Auch in dem dazugehörigen Gebäude 3 wird massiv aufgerüstet: Hier entstehen unter anderem 186 weitere Rauchmelder, 259 Sprinkler und 5 ausgestattete Hydranten.
Sicherheit geht vor: Auch der Fußboden wird saniert
Neben der komplexen Technik investieren die Eigentümer auch in die physische Sicherheit der Nutzer. Um gefährliche Stürze und Unfälle zu vermeiden, wird der gesamte Straßenbelag der Garage ausgebessert. Unebenheiten und Schäden von mehr als 4 Millimetern werden vollständig beseitigt. Größere Niveauunterschiede von bis zu 5 Zentimetern werden durch sanfte Rampen mit einem maximalen Gefälle von unter 25 Prozent ausgeglichen.
Sobald die Stadtverwaltung von San Bartolomé de Tirajana die Freigabe erteilt, kann das Parkhaus endlich wieder geöffnet werden. Für das CC Plaza Maspalomas wäre dies ein historischer Meilenstein: Drei Jahre nach der ersten Teilöffnung wäre der gesamte Komplex baurechtlich wieder voll betriebsbereit – auch wenn im Inneren des Centers derzeit noch viele Ladenlokale auf neue Mieter warten. – TF
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