Las Palmas/Telde – Die Kriminalitätsserie auf Gran Canaria reißt nicht ab und versetzt Geschäftsleute sowie Anwohner in zunehmende Unruhe. Am Dienstagabend wurde das bekannte Einkaufszentrum El Mirador im Jinámar-Tal zum Schauplatz eines weiteren spektakulären und gewaltsamen Verbrechens. Ziel der Kriminellen war dieses Mal die Filiale des Juweliergeschäfts „José Luis“. Der brutale Vorfall rückt die anhaltenden Raubüberfälle auf Juweliere auf der Urlaubsinsel erneut mitten in den Fokus der Öffentlichkeit und der Ermittlungsbehörden.
Chaos und Panik: Der genaue Ablauf der Tat
Es waren dramatische Szenen, die sich laut Augenzeugenberichten innerhalb weniger Augenblicke in dem Einkaufszentrum abspielten. Insgesamt vier vermummte Männer stürmten mit hoher Geschwindigkeit in das Juweliergeschäft. Um sofort maximale Verwirrung zu stiften und den Angestellten sowie Kunden die Sicht zu nehmen, sprühte einer der Täter den Raum mit einem Feuerlöscher oder einer Rauchbombe voll. Das dichte Gas sorgte augenblicklich für Panik.
Während die Räumlichkeiten eingenebelt waren, gingen die restlichen Bandenmitglieder mit roher Gewalt vor. Bewaffnet mit schweren Vorschlaghämmern schlugen sie gezielt auf die Glasscheiben der Schaufenster und Vitrinen ein. Obwohl das verbaute Sicherheitsglas den heftigen Schlägen teilweise standhielt und die Bruchstücke nur kleinere Öffnungen freigaben, ließen sich die Diebe nicht aufhalten. Sie griffen durch die entstandenen Löcher und entwendeten wertvollen Schmuck sowie mehrere hochwertige Luxusuhren, die sie in Sekundenschnelle an sich rissen.
Großfahndung nach Flucht im Sportwagen
Nach dem Blitzüberfall flüchteten die maskierten Männer aus dem Einkaufszentrum zu einem bereitstehenden Fluchtfahrzeug. Ein fünftes Bandenmitglied wartete draußen hinter dem Steuer eines PS-starken Modells der Marke Cupra. Mit aufheulendem Motor raste das Quartett in unbekannte Richtung davon. Die Polizei prüft in diesem Zusammenhang eine heiße Spur: Erst am Montag wurden drei Fahrzeuge von einem Parkplatz des Flughafens Gran Canaria gestohlen. Es wird nun intensiv untersucht, ob der Cupra aus diesem Diebstahl stammt.
Die Nationale Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Spezialisten der Kriminalpolizei werten derzeit sämtliches verfügbares Videomaterial aus. Dazu zählen die Aufnahmen aus dem betroffenen Juweliergeschäft, den Kameras der umliegenden Läden sowie des gesamten Einkaufszentrums El Mirador. Zudem analysieren die Beamten die Überwachungskameras der viel befahrenen Autobahn GC-1 und angrenzender Landstraßen, um die Fluchtroute der Täter zu rekonstruieren. Eine sofort eingeleitete Großfahndung mehrerer Polizeieinheiten blieb bislang jedoch ohne Erfolg.
Erschreckendes Muster: Anhaltende Raubüberfälle auf Juweliere
Dieser jüngste Vorfall ist kein Einzelfall, sondern Teil einer alarmierenden Entwicklung. Die anhaltenden Raubüberfälle auf Juweliere auf Gran Canaria zeigen ein klares, professionelles Muster. Erst vor knapp einem Monat überfielen vier maskierte Männer ein Schmuckgeschäft im Einkaufszentrum Cita in Playa del Inglés. Nach einer filmreifen Verfolgungsjagd verunglückten die Täter in einem Wohnhaus in Telde, woraufhin drei Verdächtige festgenommen werden konnten.
Nur wenige Tage zuvor im Juni traf es das Einkaufszentrum Las Terrazas. Die Vorgehensweise war fast identisch: Die Diebe nutzten einen Feuerlöscher zur Vernebelung und flüchteten in einem gestohlenen Auto mit ihrer Beute. Auch in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Überfällen, wie etwa 2025 im selben Einkaufszentrum El Mirador (damals mit einem Messer) oder 2024 im Alcampo-Zentrum, wo die Tat noch vereitelt werden konnte. Die anhaltenden Raubüberfälle auf Juweliere bleiben somit ein ungelöstes Problem, das schnelle Antworten der Sicherheitskräfte fordert. – TF
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