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Mal wieder Festnahme nach illegalem Handel mit 60.000 Euro teuren Fälschungen

In ganz Spanien sind dadurch etwa 45.000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Lesedauer 3 Minuten

Im Süden von Gran Canaria hat ein aktueller Fall von Produktpiraterie für Aufsehen gesorgt. Die Guardia Civil hat eine Person festgenommen, nachdem in einem örtlichen Geschäft mutmaßlich gefälschte Waren im Wert von mehr als 60.000 Euro sichergestellt wurden. Der Vorfall offenbart auch eine direkte Missachtung der Behörden: Die Ermittler stellten fest, dass gerichtlich angeordnete Siegel an bereits zuvor beschlagnahmten Kisten gewaltsam gebrochen worden waren.

Überraschende Entdeckung: Gebrochene Siegel bei behördlicher Routinekontrolle

Die Operation wurde von den Beamten der staatlichen Steuer- und Grenzschutzbehörde (PAFIF) aus Vecindario geleitet. Ursprünglich handelte es sich lediglich um eine routinemäßige Überprüfung von Gegenständen, die im Rahmen eines laufenden Gerichtsverfahrens wegen der Verletzung gewerblicher Schutzrechte beschlagnahmt worden waren. Bei der Inspektion der Lagerräume erlebten die Beamten jedoch eine Überraschung. Mehrere Kartons, die auf richterlichen Beschluss hin amtlich versiegelt in Verwahrung gegeben wurden, wiesen aufgebrochene Siegel auf. Offensichtlich hatten sich Unbefugte illegalen Zugang zu der konfiszierten Ware verschafft und die Sicherheitsmaßnahmen umgangen.

Dreistes Vorgehen: Ein illegales Sortiment von Sportkleidung bis zu Luxustaschen

Dieser Vorfall veranlasste die Ermittler, das gesamte Inventar des Geschäfts einer akribischen Prüfung zu unterziehen. Das Ergebnis war eindeutig: Die Beamten stießen auf eine riesige Menge an Produkten, die bekannte nationale und internationale Marken illegal kopierten. Das beschlagnahmte Sortiment umfasste unter anderem Sportbekleidung, Handtaschen, Geldbörsen, Mützen und Gürtel. Die Guardia Civil schätzt den aktuellen Marktwert der sichergestellten Imitate auf über 60.000 Euro.

Darüber hinaus machten die Beamten eine weitere Entdeckung. In den Regalen fanden sich Artikel, die nicht zu den ursprünglich beschlagnahmten Beständen gehörten. Die Mengen bestimmter Produkte überstiegen die in den früheren Gerichtsakten dokumentierten Zahlen deutlich. Die Ermittlungen legen nahe, dass die Kartons nach dem unerlaubten Öffnen wieder provisorisch verschlossen wurden, um die Behörden zu täuschen und weiterhin unbemerkt illegale Ware in den Umlauf zu bringen.

Verheerende Folgen: Der unsichtbare Schaden der Produktpiraterie für die Wirtschaft

Der Handel mit gefälschten Waren richtet massiven wirtschaftlichen Schaden an. Wie aus einem Bericht des Schweizer Unternehmens Sicpa hervorgeht, verursachen Fälschungen allein in Spanien jährliche Verluste in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro und gefährden schätzungsweise 44.700 Arbeitsplätze in dem Land. Beliebte Tourismusregionen wie die Kanarischen Inseln rücken immer wieder in den Fokus von kriminellen Netzwerken, die ahnungslose Urlauber mit vermeintlichen Schnäppchen täuschen und so der lokalen sowie nationalen Wirtschaft schweren Schaden zufügen.

Schnelles Eingreifen der Guardia Civil: Verdächtiger in Handschellen

Für den Verantwortlichen im Süden Gran Canarias hatte der illegale Handel direkte rechtliche Konsequenzen. Die Guardia Civil nahm den mutmaßlichen Täter umgehend fest. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts auf schwere Vergehen ermittelt, darunter Straftaten gegen das gewerbliche Eigentum, vorsätzliche Sachbeschädigung an Industrieanlagen und amtlich versiegelten Gütern sowie die Verletzung gerichtlicher Sicherheitsauflagen.

Sämtliche Waren wurden von den Beamten erneut konfisziert, strikt versiegelt und der Justiz übergeben. Die Akten liegen mittlerweile dem zuständigen Untersuchungsgericht in San Bartolomé de Tirajana vor, welches das weitere juristische Verfahren leiten wird. Mit diesem konsequenten Einschreiten setzen die Behörden ein klares Signal, dass Verbrechen gegen das geistige Eigentum auf den Kanaren konsequent verfolgt werden. – MF

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