SAR-Hubschrauberabsturz im Oktober 2015: Es war ein technischer Defekt

Bild Info: Die Absturzstelle des SAR-Hubschraubers im Atlantik, alle drei Insassen kamen ums Leben. Bild: Screenshot Television Canaria

Gran Canaria – Der im Oktober 2015 verunglückte Hubschrauber des Typs Superpuma ist nicht aufgrund menschlichen versagen abgestürzt. Die Militärgerichtsbarkeit stellte nun fest, dass es einen technischen Grund für den Absturz des Hubschraubers im Dienste des SARs (Such- und Rettungsdienst der Kanarischen Luftwaffe) gab. Bei dem Absturz sind die drei Crew-Mitglieder (Kapitän José Morales Rodríguez, Leutnant Saúl López Quesada und Sergeant Jhonander Ojeda Alemán) an Board ums Leben gekommen. Letzterer überlebte einen Vorfall eines SAR-Hubschraubers im März 2014 bei dem er vier Kollegen verloren hatte und er war bereits wieder im Einsatz.

Am Nachmittag des 22. Oktober befand sich der Heli auf dem Rückweg aus dem Senegal, etwa 280 Seemeilen vor der Küste von Gran Canaria verschwand dessen Signal auf dem Radar der Luftüberwachung.

Laut einem Bericht der dem TV-Sendet Antena 3 vorliegt soll nun das Militärgericht auf Teneriffa entschieden haben, dass der Hubschrauber wegen eines technischen Defektes, nämlich dem Ausfall seines Hauptrotors, ins Meer stürzte. Dieser Ausfall muss plötzlich und ohne Vorankündigung aufgetreten sein. Man kommt zu dem Entschluss, da die Besatzung keinerlei Signale abgesendet hat, weder einen Hilferuf noch einen technischen Bericht. Die Besatzung war sich dem Aufprall jedoch bewusst, denn das Prozedere für einen Absturz über dem Meer war im Helikopter bereits aktiviert. Dies geht aus den Daten der Blackbox hervor. Die Blackbox-Daten stehen seit März 2018 bereits und wurden von der Kommission für Militärflugzeug-Unfälle bereitgestellt, keine Partei zweifelte die Auswertung an, sodass die Daten nun verwendet werden konnten.

Laut der Auswertung der Experten muss der Hauptrotor des Hubschraubers in ein Ungleichgewicht geraten sein, dabei muss er selbst den Motor beschädigt haben, dies wiederum führte zu einem Totalausfall, der wiederum zum plötzlichen Absturz führte. Man kann auch den Besatzungsmitgliedern keine Schuld geben, laut Blackbox sind keinerlei Auffälligkeiten registriert worden, die Obduktion ergab zudem auch einen einwandfreien körperlichen Zustand, es wurden weder Drogen noch Alkohol oder andere Substanzen festgestellt.

„Es wurden keine Anhaltspunkte für eine strafrechtliche Haltung des Gerichtes festgestellt“, daher ist der Fall nun offiziell und „endgültig“ beendet. Allerdings kann man, sofern hier ein Interesse besteht vor dem Obersten spanischen Militärgericht noch in Berufung gehen. – TF

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