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Theorie: Warum die Corona-Zahlen auf den Kanaren so stark steigen – Möglicherweise wegen Geld?
Bild Info: Auszug aus dem benannten BOE - BILD: Screenshot/IGC

Theorie: Warum die Corona-Zahlen auf den Kanaren so stark steigen – Möglicherweise wegen Geld?

Kanarische Inseln – Seit einigen Wochen steigen die Zahlen der Corona-Infizierten auf den Kanarischen Inseln nun permanent an. Viele Fragen sich, wie das eigentlich sein kann. Es gibt harte Maßnahmen und trotzdem steigen die Zahlen weiter. Wir haben ein paar Informationen zugespielt bekommen, die eine Theorie untermauern sollen.

Doch schauen wir mal zunächst auf die Fakten. Die Zahlen steigen seit etwa Mitte August stetig an, diese nehmen sogar immer mehr an Fahrt auf. Zuletzt gab es meist zwischen 200 und 350 aktive Neuinfizierte pro Tag. Fakt ist auch, dass die Menge der realisierten PCR-Tests teilweise schwindelerregende Höhen erreicht hat. So wurde im Lockdown beispielsweise mit einer Testmenge von 500 bis 1.500 pro Tag gearbeitet, jetzt sind wir meist über 3.000 pro Tag, oft auch deutlich mehr. Das lässt sich zwar auch damit erklären, dass nun einfach mehr Ressourcen bereitstehen, aber deshalb müssten doch nicht gleich alle Menschen getestet werden. Die meisten der Infizierten sind asymptomatisch bzw. nicht schwer erkrankt und sitzen zu Hause. Genau genommen 96 %!

Ein weiterer Fakt ist, dass die durchschnittliche „Trefferquote“ bei allen realisierten Tests um die 10 % schwankt. Bedeutet also, wenn man 3.500 Tests macht hat man etwa 350 Infizierte. Das stimmt zwar nicht an jedem Tag, aber der Durchschnitt legt dies nahe.

Der Tourismus kam auf den Kanaren seit dem Ende des Lockdowns nicht richtig in Fahrt. Einer der Gründe war auch die sehr schnelle Entscheidung der Briten, das gesamte spanische Gebiet mit einer Reisewarnung zu belegen. Die Skandinavier folgten recht schnell mit einer ähnlichen Maßnahme. Die Geldmaschine der Inseln konnte also nicht wirklich damit beginnen zu Arbeiten.

Was könnte der Grund für die steigenden Zahlen sein?

Daher taucht seit einigen Tagen die Theorie auf, dass es um Geld gehen könnte bei den ganzen Tests und Infizierten. Denn der spanische Staat hat im BOE am 17. Juni (ein paar Tage vor dem Ende des Lockdowns) ein Gesetz veröffentlicht, welches genau festlegt, wie die Hilfsgelder aus Madrid auf die autonomen Gemeinschaften verteilt werden. Das Hilfsgeld ist in mehrere Tranchen aufgeteilt. Die erste Tranche (6 Milliarden Euro) gab es berechnet bis zum 30. April 2020.

Eine zweite Tranche (3 Milliarden Euro) wird mit Stichtag 31. Oktober 2020 berechnet. Die Berechnung sieht vor, dass 10 % der Hilfsgelder aufgrund der realisierten PCR-Tests an die autonomen Regionen gezahlt wird. Das sind immerhin 300 Millionen Euro, die so verteilt werden. Weitere 25 % werden aufgrund der an COVID-19 behandelten Intensivpatienten ausgezahlt. Dies entspricht 750 Millionen Euro der Hilfsgelder. Nochmals 20 % bekommen die Regionen aufgrund der registrierten COVID-19 Fälle die sich aus den positiven Testergebnissen mit Krankenhausaufenthalt (ohne Intensivstation) errechnet. Das macht dann nochmals 600 Millionen Euro.

Insgesamt werden also 1,65 Milliarden Euro an spanischen Hilfsgeldern für die autonomen Regionen nur aufgrund der „Statistik“ ausgezahlt. Nachdem die Fälle auf dem Festland in die Höhe geschnellt sind, sahen die Insel „die Fälle wegschwimmen“, so der Vorwurf von einigen Menschen.

Würde man deshalb den Tourismus so schwächen?

Es ist eine Theorie, dass alleine wegen der Gelder diese Maßnahmen der Regierung so ausfallen. Natürlich würde kein Politiker dieses Vorgehen jemals zugeben. Theoretisch jedoch wäre es denkbar. Wie beschrieben kam der Tourismus nicht in Gang. Im Juli brachte diese auf allen Inseln einen Verlust von 77 %. Auch die Steuereinnahmen der Regierung sind massiv eingebrochen. Geld ist also dringend nötig. Da der Stichtag der 31. Oktober laut BOE ist, muss man nun abwarten, wie der September sich bei der Corona-Statistik weiterentwickelt. Sollte es unaufhaltsam so hochgehen und im Oktober plötzlich alles abebben, wäre die Theorie zumindest als sehr wahrscheinlich anzusehen. Auch wenn die Umsatz-Verluste im Tourismus im Jahr 2020 bisher mit etwa 134 Milliarden Euro beziffert werden. Dies würde auch erklären, warum die Politik und auch TUI immer als magischen Moment den November 2020 sehen. Der liegt ja bekanntlich nach dem 31. Oktober.

Unsere Meinung:
Es passt eigentlich alles recht gut zusammen, es könnte aber auch einfach nur eine Verschwörungstheorie sein. Letztendlich ist es grundlegend aber infrage zu stellen, warum Hilfsgelder aus Madrid mit so einem Schlüssel verteilt werden. Möglichkeiten gibt es viele, Geld regiert die Welt, das wissen alle. Die Vermutung liegt nahe, dass hier gut mit Zahlen gearbeitet wird. Wir werden sehen, wie sich alles entwickeln wird, sind aber kritisch dieser Theorie gegenüber, genau so wie den steigenden Zahlen gegenüber. – TF

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