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Wirtschaft und Ökologie der Kanaren würden bei Ölkatastrophe zusammenbrechen

Bild Info: Risikokarte von Repsol für den Fall eines "Blow Ups" vor der kanarischen Küste. Bild: Repsol

Kanarische Inseln – Die Folgen einer Ölkatastrophe vor der Küste der Kanarischen Inseln hätte verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft der Inseln und einen ökologischen Kollaps zur Folge. So sehen es zumindest Experten, die die Gefahrenkarte von Repsol analysiert haben. Als Basis der Analyse diente auch der Unfall der Deepwater Horizon vom 20. April 2010 im Golf von Mexiko. Der „Blow Up“, wie man eine Explosion einer Bohrinsel nennt, hatte damals 11 Menschen direkt getötet und rund 76 Millionen Liter Rohöl ins Meer gelassen.

Für die Kanaren ist es zwar nur ein fiktives Szenario, aber durchaus eine Möglichkeit. Professor Antonio Gonzáles, aus der Biologie-Abteilung der Universität Las Palmas konnte anhand der von Repsol angegebenen Daten ermitteln, dass die Küsten von Lanzarote und Fuerteventura äußerst gefährdet sind, auch der Süden von Gran Canaria könnte noch in großer Gefahr sein, je nachdem wie zum Zeitpunkt des Unfalls die Strömungen allgemein sin. Klar ist jedoch, dass die Strömungen immer in die Richtung der Kanarischen Inseln gehen, nicht wie anderweitig behauptet nach Afrika.

Nach der Risikokarte von Repsol drohen in einem solchen Fall an der Küste von Lanzarite Werte von rund 50 Gramm pro Kubikmeter Wasser, Fuerteventura würde mit 80 bis 100 Gramm am stärksten betroffen werden. Maspalomas und Playa del Ingles droht immerhin noch eine Pest mit 10 bis 20 Gramm pro Kubikmeter Wasser.

Aber auch die anderen Inseln würden nicht verschont werden. Der Süden von Teneriffa könnte von 1 bis 10 Gramm pro Kubikmeter Wasser betroffen sein. Auf den westlichen Inseln würde auch immer noch etwas ankommen.

Die Folgen einer solchen Katastrophe würden den Tourismus auf den östlichen Inseln wohl zum Erliegen bringen. Fuerteventura und Lanzarote sind zu über 50% vom Tourismus abhängig, die Wirtschaft würde zusammenrechen. Auch Gran Canaria droht der Zusammenbrich, denn hier sind immerhin knapp 1/3 der Wirtschaftsleistung im Tourismus angesiedelt. Die Fischerei wäre wohl auf Jahre gesehen ebenfalls zerstört. Das Ökosystem rund um die Inseln würde einen enormen Schaden nehmen, angefangen vom Plankton bis hin zu Delfinen und Walen würde es alle Lebensarten betreffen. Ob es doch noch eine Chance gibt diese Pläne zu verhindern? – TF

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